Paulo Coelho

Paulo Coelho über Bücher und das Internet

Paulo Coelho
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Paulo Coelho tritt schon seit geraumer Zeit über seinen Blog mit seinen Fans in Kontakt und gilt allgemein als Vorreiter was die Rolle von Autoren im Internet angeht. Jetzt gibt er in einem sehr aufschlussreichen Interview in der Zeit einige Einsichten in seine Auffassung der medialen Revolution.

Wie wichtig Social Media für ihn ist, macht er bereits am Anfang des Interviews deutlich:

Ich habe über acht Millionen Fans auf Facebookmein Blog lesen zwei Millionen Menschen im Monat. Ich kann dort direkt zu meinen Lesern sprechen. Die Verlage haben keine Ahnung davon, wie wichtig so etwas ist.

Interessant wird es dann bei seiner Einstellung zur Produktpiraterie:

 Wenn man Opfer einer Piraterie wird, dann ist das eine Auszeichnung, eine Medaille! Piraten kopieren doch nur illegal Bücher, die die Menschen auch wirklich lesen wollen.

Vielleicht lassen sich solche Sätze mit 75 Millionen verkauften Büchern leichter sagen. Autoren von „Gebrauchsbüchern“ hören sowas vermutlich eher ungerne.

Für Wissenschaftler sollte das aber der Wegweiser sein. Anstatt ihre Forschungsergebnisse in Kleinstauflagen und überteuerten Bänden zu veröffentlichen, sollte die digitale Veröffentlichung unter Creative Commons Lizenzen erfolgen, sodass die gesamte Gesellschaft (zumindest theoretisch) Zugang zu den Ergebnissen erhält.

Dann wäre die Piraterie wirklich eine Auszeichnung.

3 Gedanken zu „Paulo Coelho über Bücher und das Internet“

  1. Reinhart Koselleck wies schon 1971 („Wozu noch Geschichte?“) nach, dass „die Geschichte“ ein totalitäres Konstrukt („Weltgeschichte“) im Zuge der Aufklärung war, an die bis heute alle abendländische verschulte Menschen glauben. Stattdessen gab es vor dem 18. Jh. nur „Geschichten“ (so wie heute noch bei den Jäger-und-Sammlern, den einzigen intelligenten Menschen auf diesem agrarischen Planeten).
    Heute ist „Geschichte“ (auch als Unterrichtsfach) praktisch nur noch ein Terrorinstrument, um all jene Leute fertig zu machen, die (angeblich!) keine — oder aber die „falschen“ — Geschichten haben…

    Dies ist „unsere“ Geschichte in 10 Sekunden: Sesshaftigkeit => Kain ermordet Abel (Jäger-und-Sammler) => Juden (Mörder wie Moses, David, etc.) => Christen => Muslime (inkl. Talibans) => Protestanten => Kapitalisten & Banker => Kommunisten-Marxisten => Nationalsozialisten => Hollywood => Atombomben (Teller, Oppenheimer, Kim Jong Un) => Neonazis etc.
    Wann hört endlich dieser wahnsinnige beschnitten-traumatisierte Blödsinn überall auf???

    Das Komplexeste, was die Natur je hervorgebracht hat, sind jagende Schamanen…

    Und diese sind schon längst unterwegs (auch in der Türkei als altanatolischer Mondgott…):

    1. Ich verstehe nicht, wie dieser Kommentar mit dem Beitrag zusammen hängt (war es vielleicht einfach nur das Keyword „Paulo Coelho“, das Sie hier her geführt hat?) aber ich versuche mich dennoch an einer Antwort.

      Reinhart Kosellecks Erkenntnis ist völlig richtig und entspricht durchaus dem post-modernen Zeitgeist, das Geschichte ein Konstrukt ist (mehr dazu übrigens hier: http://www.kim-todzi.de/die-aufgabe-als-historiker-das-unsagbare-sichtbar-zu-machen/). Der Begriff „Terrorinstrument“ ist zwar etwas weit gegriffen, aber es wurde durchaus nachgewiesen, dass der Geschichtsunterricht bis heute, zumindestens in Europa, hauptsächlich Nationalgeschichte betreibt und wesentlich dazu beiträgt eine nationale Identität zu konstruieren.

      Der Rest des Beitrags ist mir eine ernsthafte Auseinandersetzung nicht Wert.

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